Wohnen darf kein Luxus sein

SPD-Landtagskandidat Colin Sauerzapf. Foto: Holm Wolschendorf

Bietigheim-Bissingen auf dem 30. Platz, Remseck auf Platz 22, Kornwestheim auf Platz zwölf, Ditzingen auf zehn und Ludwigsburg auf Platz acht. Der Landkreis Ludwigsburg ist Spitzenreiter bei den Mietpreisen (Quelle: F+B Mietspiegelindex 2019). Fast die Hälfte der TOP 30 Städte mit den teuersten Mieten kommen aus Baden-Württemberg, die meisten davon aus unserer Region.

Auch wenn Baden-Württemberg gerne als „Ländle der Häuslebauer“ bezeichnet wird, wohnt doch knapp die Hälfte der Menschen in unserem Bundesland zur Miete. Viele Studierende können sich das WG-Zimmer in der Universitätsstadt nicht leisten und bis in den Mittelstand hinein fehlt bei immer mehr Menschen am Ende des Monats das Geld, weil sie über 40% ihres Einkommens für die Miete aufbringen müssen. Das Wohnen in unseren großen und kleinen Städten wird für immer mehr Menschen unbezahlbar.

Aber gerade unsere Städte leben vom Austausch von Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Ausbildungen, Hintergründen und damit auch Einkommen. Die angespannte Wohnungssituation wird auch immer mehr zum Hemmnis unserer schwäbischen Wirtschaft. Deshalb brauchen wir eine neue und starke Wohnungspolitik, um den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu stärken. Immer mehr Menschen merken, dass der freie Markt allein für viele nicht funktioniert.

Eine Stadt, die seit über 100 Jahren eine ganz andere, sozialdemokratische, Wohnungs- und Bodenpolitik betreibt, ist Wien. 62 % aller Wohnungen der österreichischen Hauptstadt gehören der Kommune oder sind genossenschaftlich organisiert und gefördert. Eine Wohnung in Gemeindebau in Wien kostet maximal 5 € auf den Quadratmeter. Und vor allem: Die Stadt baut selbst, auch aktuell, neue Wohnungen und wird damit dem Zuzug besser gerecht als die meisten deutschen Städte.

Auch Wien ist nicht perfekt. Die restlichen rund 40% der Wohnungen auf dem Privatmarkt haben in den letzten Jahren starke Preissteigerungen erfahren und für viele ist der Zugang zum Gemeindebau, obwohl nötig, nicht gegeben.

Trotzdem können wir aus meiner Sicht von Wien lernen. Städte und Gemeinden müssen einfacher und schneller an Bauland kommen, um die dringend gebrauchten Wohnungen realisieren zu können. Im Grundgesetz steht neben dem Schutz des Eigentums auch: „Eigentum verpflichtet“. Wenn junge Familien oder Rentner aus ihren Heimatstädten wegziehen müssen, weil sie keine für sie bezahlbare Wohnung finden, müssen wir diesen Satz auch ernst nehmen.

Auch müssen unsere Wohngebäude bis 2050 klimaneutral werden. Dabei brauchen Eigentümerinnen und Mieter strukturelle und finanzielle Unterstützung, damit wir diese Mammutaufgabe bewältigen können, ohne dabei die Mieten explodieren zu lassen.

Kommunaler Wohnungsbau muss auch vom Land unterstützt werden. Wir werden es in den nächsten Jahren zwar nicht schaffen Wien beim Anteil an städtischen Wohnungen einzuholen, aber wer nicht anfängt, wird sein Ziel nie erreichen. Wohnungsbau ist Langstrecke und kein Sprint.

Mit diesen und vielen weiteren Maßnahmen, wie Baulückenschließung, Leerstandsbekämpfung oder seniorengerechtem Wohnen, sind die neue Landesregierung und unsere Städte und Gemeinden gefragt das Problem anzupacken, um unser Ländle gerechter und Lebenswerter zu gestalten.

Kaum ein Fleck Erde ist reicher als Baden-Württemberg. Wer wenn nicht wir, kann es schaffen, die Probleme unserer Zeit anzugehen und zu lösen.

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Colin Sauerzapf: Stadtbahn muss eine Herzensangelegenheit werden

Eine Stadtbahn von Markgröningen über Ludwigsburg nach Remseck, jahrelang haben Kreis und Kommunen gerungen und sich endlich auf Beschlüsse geeinigt. Trotzdem nimmt das Projekt nur schleppend an Fahrt auf.

Darüber diskutierte SPD-Landtagskandidat Colin Sauerzapf mit Matthias Lieb, Vorsitzender des VCD Baden-Württemberg und der Ludwigsburger Fraktionsvorsitzenden Margit Liepins.

„Egal mit welchem Rathauschef der beteiligten Kommunen ich in den letzten Wochen gesprochen habe – alle wollen die Stadtbahn. Allerdings ist der derzeitige Informationsstand nicht befriedigend,“ so Colin Sauerzapf. Es sei Zeit, das Projekt konkret werden zu lassen.

Insbesondere die schnelle Reaktivierung des ersten Teilstücks von Markgröningen nach Ludwigsburg. Nachdem der Bund seine Zuschüsse der zuwendungsfähigen Kosten erhöht hat, könnte eine Reaktivierung mit bis zu 90 Prozent Fördergeldern unterstützt werden.

Matthias Lieb wünscht sich mehr Engagement vom Kreis Ludwigsburg: „Hier muss endlich etwas passieren. Statt Ewigkeiten zig Varianten zu prüfen und sich gegenseitig zu blockieren, muss jetzt endlich Dampf in die Sache kommen. Bis Ende Februar müssen dringend die Schienen freigeschnitten werden, damit die Strecke nicht noch weiteren Schaden nimmt“

Handlungsbedarf sieht auch Margit Liepins, die das Projekt über 20 Jahre im Gemeinderat und Kreistag begleitet hat: „Die gefüllten Ordner zum Thema Stadtbahn kann ich gar nicht mehr zählen.“ Aber auch nach den einstimmig gefassten Beschlüssen, drehen sich die Diskussion oft im Kreis.

Die Gründung des Zweckverbands sei ein wichtiger Schritt. Alle drei sehen den künftigen Geschäftsführer des Zweckverbands vor einer Mammutaufgabe stehen. „Wir brauchen jemanden, der das Projekt mit Herz und Verstand voranbringt und alle Projektpartner, also auch Bund, Land und Bahn an einen Tisch holt und in der Sache hart verhandelt,“ so Matthias Lieb.

Colin Sauerzapfs Fazit: „Hier muss auch die Zeit des parteipolitischen Taktierens vorbei sein. Wenn wir Klimaneutralität und eine echte Mobilitätswende wirklich erreichen wollen, müssen wir gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Und da sei ein zeitnaher Baubeginn der Stadtbahn das richtige Zeichen.

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